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Die Brücke - Transit in den Tod - Fan-Box

Skandinavische Krimis gehören zu den weltweit besten, und auch die Fernseh-Krimis erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass sie gerne in anderen Ländern regional neu aufgelegt werden. Die Ko-Produktionen mit dem ZDF erweisen sich immer wieder als Quoten-Hits, die auch von Kritikern gelobt werden. Ein leuchtendes Beispiel hierfür ist "Die Brücke - Transit in den Tod", eine der besten Serien der Welt in drei Staffeln.

Gleich in der ersten Staffel geht es um eine Leiche, die in der Mitte der Öresund-Brücke aufgefunden wird, bei der aber schnell klar wird, dass sie aus zwei Toten zusammen gesetzt wurde. Eine Hälfte stammt aus Schweden, die andere aus Dänemark. Und sehr bald tauchen weitere Leichen auf, was den Fall nur noch komplizierter macht. Erstmals arbeiten Saga Norén von der Kripo Malmö und ihr dänischer Kollege Martin Rohde zusammen. In Staffel zwei kommen die beiden Ermittler wieder zusammen, als sie gegen eine fanatische Gruppe ermittelt, die gewaltsam auf Lebensmittelskandale aufmerksam machen will. Dazu inszenieren sie Videos mit Tiermasken, um die Ermittler zusätzlich zu verwirren. Im dritten Fall muss Saga auf Martin verzichten, nachdem sie ihn angezeigt hat und er seine Strafe im Gefängnis verbüßt. Somit nimmt sie Ermittlungen gegen einen Serien-Killer auf, wobei die Handlung 13 Monate nach der zweiten Staffel spielt.
Zunächst möchte niemand von dänischer Seite mit Saga zusammen arbeiten. Eine widerwillig mit ihr kooperierende Polizistin wird bei den Ermittlungen schwer verletzt. Somit bekommt sie mit Henrik Brodersen einen neuen Partner. Mit diesem ermittelt sie in Mordfällen, bei denen die Opfer seltsam drapiert werden. Eines der Opfer ist Sagas Chef Hans. Ihre neue Chefin hält ihr nicht mehr den Rücken frei, beschränkt ihre Freiheiten und gibt ihr nicht das Verständnis für ihr Asperger-Syndrom, wie es Hans immer tat. Gleichzeitig muss sich ihr Partner Henrik seiner familiären Situation gewahr werden, wie sich Saga ihrer familiären Vergangenheit stellen muss, als ihre Mutter unerwartet auftaucht. Obwohl sich der Druck auf Saga immer mehr vergrößert, öffnet sie sich erstmals einem anderen Menschen, mit dem sie so eine Art Beziehung aufbaut. Im Fall des Serien-Killers kommen sie nur langsam vorwärts, vor allem, als Nachahmungstäter ebenfalls in das Morden einsteigen, zudem erschweren ihnen eine Vloggerin und eine Fotografin die Arbeit zusehends.

Die Fan-Box mit den drei Staffeln von "Die Brücke - Transit in den Tod" liegt auf insgesamt 16 DVDs in der deutschen und der dänisch/schwedischen Sprachfassung (Dolby Digital 5.1) vor. Für die Extras gibt es eine Bonus-Disk, auf der das ausführliche Making-Of "Hinter den Kulissen" zu finden ist.

"Die Brücke - Transit in den Tod" gehört ohne Übertreibung zur besten Krimi-Unterhaltung seit langer Zeit. Bisher wurden die Geschichten um die beiden Ermittler in den USA wie auch in Frankreich regional umgesetzt, erreichen aber bei Weitem nicht die Klasse, wie sie das Original aufweist. Sofia Helin spielt ihre Rolle der Saga nicht nur, sie lebt sie, ihr Spiel ist dadurch sehr intensiv und überzeugend, dass sie dafür mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde. In den ersten beiden Staffeln verkörpert Kim Bodnia den dänischen Polizisten Martin Rohde an ihrer Seite, der in einem hervorragenden Spiel den ruhenden Pol in diesem sehr ungleichen Ermittler-Team spielt. Ihr neuer dänischer Partner Henrik, gespielt durch Thure Lindhardt, ist fast ebenso vielschichtig wie die Rolle der Saga, so dass die dritte Staffel noch mehr in die Tiefe geht als die beiden Vorgänger.

Die Geschichten aller drei Staffeln wurden herausragend geschrieben von Hans Rosenfeldt, ziehen die Zuschauer sofort in ihren Bann. Sie sind spannend, brutal, mitunter schonungslos und manchmal sogar witzig, dass man die 15 Doppelfolgen am liebsten am Stück sehen möchte. Mitunter erinnern die Ermittlungen szenisch an andere TV-Serien, wie "Dexter" oder "The Killing", doch hat "Die Brücke - Transit in den Tod" seinen ganz eigenen Charme, dem man sich nicht entziehen kann oder will, wenn man erst einmal damit begonnen hat.

Die Fan-Box mit allen Folgen der drei Staffeln hat eine Gesamtlaufzeit von über 29 Stunden, sodass man ein intensives Wochenende damit verbringen könnte, wollte man sich die gesamte Serie am Stück ansehen.
Natürlich ist es nicht so leicht, eine solch hochkarätige Krimi-Serie zu schreiben und zu produzieren, doch wäre es sehr schade, wenn es nach den vorliegenden drei Staffeln mit Saga Norén wirklich schon zu Ende gehen würde.

Hoffen wir also auf weitere verworrene Fälle, in denen Saga zum Einsatz kommt, dann gerne mit einer neuen, erweiterten Fan-Box.

"Die Brücke - Transit in den Tod" bietet alles, was man sich von einer ausgezeichneten und preisgekrönten Krimi-Serie erhofft und sogar noch etwas mehr.

Wer diese Serie bisher verpasst hat, dem sei diese Fan-Box sehr nahe ans Herz gelegt, denn sie lässt keine Wünsche offen.

"Die Brücke - Transit in den Tod" sei jedem Krimi- und Skandinavien-Fan empfohlen, da es sich hierbei um allerfeinste Krimi-Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau handelt. Daran sollte niemand vorbei gehen.

Pascal May