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Der Galgenvogel

London anno 1728. In den schmalen Gassen herrscht Übelkeit erregender Gestank frisch geleerter Nachttöpfe, Ratten tummeln sich unter Zischen und Fauchen im Rinnstein. Mit diesen lebhaften Eindrücken tritt Tom Hawkins, ein junger Londoner Gentleman, seine letzte Reise zum Galgen an, ohne zu wissen, ob noch irgendeine Hoffnung für ihn besteht. Wie konnte alles soweit kommen? Natürlich durch seine Schuld.
Nachdem er dem berüchtigten Gefängnis „The Marshalsea“ entronnen war, führte er ein gutes Leben. Aus Abenteuerlust ließ er sich vom gefährlichsten Kriminellen Londons zu einer Aufgabe verleiten. Er sollte der Mätresse von King George seine Hilfe anbieten. Hinter allem war die scharfsinnige und berechnende Queen Caroline. Von ihr bekam er für seine Diskretion versprochen, dass es zu einem königlichen Straferlass kommen sollte. Doch wer schweigt denn besser als ein Täter?
Er muss es irgendwie schaffen, seine Unschuld zu beweisen, bevor sich der Galgenstrick um seinen Hals zuzieht und er für immer schweigt.

Antonia Hodgson, aus Derby stammend, studierte Englische Literatur in Leeds. Mit ihrem Debüt, „Das Teufelsloch", gewann sie 2014 den wichtigsten britischen Preis für historische Kriminalromane, den CWA Historical Dagger. In den USA wurde ihr Erstlingswerk unter die zehn besten Spannungsromane des Jahres gewählt. Sie lebt in London und arbeitet in der Verlagsbranche.

„Der Galgenvogel“ ist mein erster historischer Kriminalroman. Und ich muss sagen, was für ein Glück, ausgerechnet bei dieser Autorin gelandet zu sein. Absolut authentisch, sehr gut recherchiert, atemberaubend, herrlich, fesselnd und spannend be- und geschrieben fraß ich mich durch die 464 Seiten ohne auch nur eine Spur von Langeweile. Da es bereits der zweite Band ist, sollte durchaus vorher auch „Das Teufelsloch“ gelesen werden. Es ist zwar für die aktuelle Handlung nicht unbedingt zwingend notwendig, aber ein gewisser Aufbau dieser Reihe ist doch vorhanden. Und bei dieser tollen Geschichte kann man den Genuss einfach nochmals potenzieren, indem ja dann letztlich zwei tolle Bücher zu lesen sind. Antonia Hodgsen hat mich eindeutig als Leser gewonnen und ich bedaure, dass ich nicht schon bei ihrem ersten Buch gleich eingestiegen bin. Absolute Leseempfehlung mit Genussgarantie.

Michael Müller