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Hundert Stunden Nacht

Emilia, ein 14-jähriger Teenager, hat die Nase voll! Nichts und Niemand hält sie mehr auf. Mit der geklauten Kreditkarte ihres Vaters haut Emilia ab.
Nein nicht irgendwo hin, sondern nach New York, Emilias Traumstadt.
Weit, weit weg von Eltern, die alles in ihrem Leben falsch gemacht haben, weit weg von Schule, falschen Freunden, Internet mit widerlichen Nachrichten von ihr und vor allem nur weg von Juno. Mit der von Papa geklauten Kreditkarte und gefälschten Dokumenten geht alles. Kurzerhand bucht Emilia gleich noch ein kleines Appartement in New York dazu. Doch kaum hat Emilia den Sprung in ein neues Leben gewagt, beginnt das pure Chaos.
Die Unterkunft existiert nicht. Sie ist einem Internetbetrüger auf den Leim gegangen. So steht sie da, mutterseelenallein in New York und das mit 14! Unvorstellbar! Doch das Schicksal meint es zunächst gut mit Emilia. Durch den Appartementbetrug lernt sie Seth, Abby und Jim kennen. Ohne sie wäre Emilia komplett aufgeschmissen. Doch schon droht in ganz New York die nächste Gefahr: Der Orkan Sandy wird vorhergesagt. Die Menschen rüsten ihre Vorräte auf und eine ganze Stadt hält den Atem an. Die Jugendlichen müssen zusammenrücken und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit sie überleben. Nach Beginn des Orkans ist nichts mehr wie vorher in der Stadt. Kein Strom, kein Wasser und die Straßen New Yorks sind wie leergefegt!

Kann Emilia wirklich ein neues Leben in New York schaffen, hilft da weglaufen wirklich? Was ist das eigentlich für eine Sache mit Juno? Ob ihre Eltern sie überhaupt vermissen? Oder ist die Polizei ihr längst schon auf der Spur?

Eine Geschichte über eine verzweifelte, traurige, aber starke und sehr mutige
14-Jährige beginnt.

Die Autorin Anna Woltz wurde am 29.12.1981 in London geboren und wuchs in Den Haag auf. Sie hat schon als Kind gerne geschrieben, kam damals aber nie über die ersten zwei Kapitel eines Buches hinaus. Mit fünfzehn schrieb sie dann Kolumnen für die Zeitung „De Volkskrant“. Später studierte sie Geschichte. Seit 2002 ist sie freie Autorin und hat inzwischen viele Bücher veröffentlicht. In den Niederlanden und auch in Deutschland ist sie mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem „Goldenen Griffel“.
Mit „Hundert Stunden Nacht“ legt sie nun ihr erstes Jugendbuch auf Deutsch vor.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich mich kaum beherrschen konnte, das Buch zur Seite zu legen. Sicher, auf den ersten Seiten wurde mir sofort bewusst, wie unendlich verzweifelt und traurig Emilia ist, aber von Seite zu Seite werden viele wirkliche Probleme ihres Lebens aufgezeigt. Eltern, die auch Fehler machen. Schule, in der es Mobbing geben kann. Internet- und Handywahnsinn, der unser tägliches Leben bestimmt.
Der Schreibstil und die Charaktere haben mich begeistert. Die ganze Geschichte ist ein sehr interessantes Thema. Die Wichtigkeit von Freundschaft, Freiheit und Erwachsenwerden sind in diesem Buch toll dargestellt. Den Schluss hätte ich so nicht erwartet.

Ich hoffe sehr, dass es noch mehr Jugendbücher auf Deutsch von Anna Woltz in Zukunft gibt.

Miriam Seufert