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Tod in heller Sommernacht

Kriminaloberkommissarin Leena Victor sitzt mit ihren Kollegen im Konferenzraum des Polizeipräsidiums Helsinki, um die Fälle der vergangenen Tage durchzusprechen. Es fällt ihr dabei auf, wie ihr Vorgesetzter Paavola und auch ihre Kollegin Jonna sich im Frühjahr äußerlich sehr zum Positiven verändert haben. Vor einigen Monaten war Sebastian Nyberg als Leiter der Mordkommission zu ihnen gestoßen.
Paavola entlässt alle ins Wochenende und wünscht ihnen weiterhin ein so herrliches Wetter, wie es gerade vorherrscht. Leena freut sich schon auf das Wochenende, denn sie hat mit ihrem Freund Samuel vor, eine kleine Auszeit auf einer Insel zu verbringen. Nur sie beide. Am Anfang ihrer Beziehung war Leena sehr skeptisch, denn es ist hinlänglich bekannt, dass Eishockeyspieler stets wechselnde Frauenbekanntschaften haben. Aber Samuel hat sich ihr gegenüber von einer ganz lieben, romantischen Seite gezeigt und sie ist glücklich mit ihm.
Doch die Freude auf das Wochenende währt nicht lange, denn zuhause, als sie gerade bei einem gemütlichen Abendessen sitzen, ruft Paavola bei ihr zuhause an. Auf der Insel Krakö bei Porvoo an einem Waldweg ist eine junge Erwachsene, zweiundzwanzig Jahre alt, überfahren worden. Sie war sofort tot. Und es ist offensichtlich, dass sie absichtlich überfahren wurde. Ihr Name ist Lina Saarinen. Leena weiß, dass sie gleich losfahren muss, denn das Polizeipräsidium Helsinki ist für diese Gegend zuständig. Samuel ist sehr enttäuscht, denn ihm war nach diesem Anruf klar, dass ihr Wochenende auf der Insel gestrichen ist, dazu ist er ab Montag in Kanada beim Training. Sie werden sich also eine Zeitlang nicht sehen.
Leena fährt sofort los und trifft am Tatort auf den dort zuständigen Polizisten Emil Leinonen, der sie sofort zu der Toten führt. Leenas Kollege Sebastian stößt auch hinzu und nun kommt die schwierigste Aufgabe eines Polizisten auf sie zu, nämlich den Eltern oder einem Elternteil die Todesnachricht zu überbringen. Onni, der Vater von Lina, öffnet ihnen die Türe und es ist ihm sofort klar, was passiert ist. Er fängt sofort an zu Schluchzen, als ihm die Polizisten sagen, dass Lina tot aufgefunden und absichtlich überfahren wurde. Onni hatte am Morgen schon eine Suchaktion gestartet, als er Sofia, Linas Freundin anrief, um sich zu erkundigen, wo Lina ist. Lina war mit Sofia und zwei Freunden auf einem Boot am Hafen. Es gehört den Eltern von Johan. Lina hat tagsüber im Hotel des Vaters und seiner Frau, ihrer Stiefmutter, gearbeitet und ist dann direkt zum Boot gefahren.
Sofia, die Freundin, sagte Onni, dass sie gemeinsam nach Hause gefahren sind und Lina an der Abzweigung zu ihrem Zuhause allein weiter gefahren ist. Auch die Befragung von Sofia hat den Ermittlern nicht weitergeholfen. Lina war sehr beliebt, sie hatte keinen festen Freund oder Probleme mit irgendwem und sie hatte ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Es war Leena fast zu viel, wie viel positives über Lina berichtet wurde.
Leena weiß, dass Wochenende gelaufen ist, und sie auch in Krakö übernachten soll, um die Ermittlungen erfolgreich führen zu können. Sie quartiert sich in das ihr zugewiesene Hotel ein, welches einen nicht sehr einladenden Eindruck auf sie macht. Und sie weiß auch, dass Samuel ziemlich sauer ist.
Am nächsten Tag wollen Sebastian und Leena alle Personen befragen, die irgendetwas mit Lina zu tun hatten. Sie fangen mit ihren Freunden an und auch mit den Kollegen im Hotel, mit denen sie zusammengearbeitet hat. Es fällt Leena auf, dass irgendwie keiner Lina richtig gekannt hatte und auch Claire, Linas Stiefmutter, wirkt nicht sehr traurig. Jedoch dauert es nicht lange, bis noch ein guter Freund von Onni tot aufgefunden wird. Es sieht sehr nach einem natürlichen Tod aus, aber es wird bei ihm ein Abschiedsbrief gefunden, der alles aufklären soll. Ebenso wird allen klar, das Sofia nicht das liebe brave Mädchen war, als das sie sich ausgegeben hat. Als noch eine weitere Person in Lebensgefahr gebracht wird und nur knapp überlebt, müssen Leena und Sebastian nun schnell handeln, um den wahren Täter zu finden.

Das zweite Buch von Lisa Sarah Brandstäter war wieder genauso spannend und mitreißend, wie auch schon „Mord in eiskalter Nacht“, dem ersten Leena Victor-Band. Gleich zu Beginn war ich wieder gedanklich nach Finnland versetzt und war wieder ganz bei Leena und ihren Kollegen. Ich habe mit ihr gelitten, als sie ihr romantisches Wochenende absagen musste, habe mit ihr gerätselt und ermittelt, und musste wissen, was da nun genau passiert ist, wer dahinter steckt und wer letztendlich den Mord begangen hat. Durch die genaue und lebhafte Schreibweise der Autorin war ich mittendrin im Geschehen, denn Lisa Sarah Brandstätter versteht es auf beste Weise, ihre Leserinnen und Leser mitzunehmen und in das Geschehen eintauchen zu lassen. Auch weiß sie, Spannung aufzubauen und lange anhalten zu lassen. Es hat mir sehr gut gefallen, wie auch die Beziehung von Leena mit Samuel und auch ihr gutes Verhältnis zu ihrem Kollegen Sebastian detailgenau und interessant beschrieben werden. Ich muss sagen, ich bin ein wahrer Fan der Autorin geworden, denn als leidenschaftlicher Leser von Krimis ist es immer schön, wenn die Spannung schon ab der ersten Seite beginnt!

Wer die Autorin noch nicht kennt, aber spannende Krimis liebt, sollte ihr auf alle Fälle eine Chance geben, es lohnt sich!

Gudrun Loher
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