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Platoon

Das Donnern der Hubschrauber ist allgegenwärtig, die Sonne brennt, Ihre Füße versinken im sumpfigen Boden willkommen in Vietnam! Erleben Sie einen der dramatischsten Konflikte des letzten Jahrhunderts hautnah. Inspiriert wurde dieses Echtzeitstrategiespiel von dem Film „Platoon“ von Oliver Stone, der 1987 insgesamt 4 Oscars erhalten hat. Zwölf Missionen stellen die Kampfhandlungen von den Anfängen des Krieges im Jahre 1965 bis hin zur Eskalation Ende 1968 nach.
Mit „Platoon Vietnam War“ hat sich das Entwicklerteam von Monte Christo in ein komplett neues Genre für ein Computer-Spiel gewagt. Allein das ist schon ein Grund, sich das Spiel mal genauer anzuschauen.
Die Grafik ist einzigartig gelungen. Sie ist so realistisch, dass man wirklich denken könnte, man lenkt nicht die Figur sondern man lebt die Figur. Es gibt Elefantengras, Reisfelder, Dschungel, Sümpfe und Bunker, die absolut detailgetreu gezeichnet sind. Da sollten sich andere, auch größere Entwickler mal genauer anschauen, was so möglich ist. Alleine die Soldaten sind durch Motion Capturing mit über 400 verschiedenen Animationen ausgestattet. Ähnlich realistisch sind die Fahrzeuge anzusehen. Wenn der M113 Personentransporter Gas gibt oder zum Stillstand kommt, begleitet von Feuersalven des Bordmaschinengewehrs, dann ist das schon mehr als beeindruckend. Das Partikelsystem, mit dem die Explosionen, der Rauch und das Feuer dargestellt werden, ist ebenso einzigartig. Auch die dynamischen Wettereffekte, wie der plötzlich auftretende Regen oder der immer wiederkehrende Monsun, unterstützen den Realismus enorm.
Damit man den Überblick in den bis zu 1-2 Quadratkilometer großen Karten nicht verliert, kann man die Karte stufenlos skalieren, was aber auch wirklich notwendig ist, denn je nach Einsatz steuert man bis zu 30 Soldaten.
Um den Realismus noch höher zu schrauben ist der Sichtradius extrem eingeschränkt. Die Sichtweite der Soldaten ist stark abhängig von dem Gelände, in dem sie sich bewegen. Wenn sie sich im dichten Elefantengras robbend befinden, hat man zwar einen relativ guten Eigenschutz, aber man kann dafür kaum 20 Meter weit sehen. Löst sich aber ein Schuss oder ein Soldat läuft auf eine Mine, dann ist der Gegner sofort durch den lauten Knall alarmiert.
Leider kommen wir hier zu den wenigen negativen Punkten des Spiels. Zum einen ist es die Intelligenz der Soldaten, wenn sie Minen sehen, denn das bedeutet dann nicht automatisch, dass sie auch stehen bleiben und nicht drauf treten. Im Gegenteil, sie laufen kameradschaftlich geschlossen in das Minenfeld hinein und ziehen sich starke Verletzungen zu. Der andere Punkt ist die nicht vorhandene Möglichkeit abzuspeichern. Die Entwickler wollten zwar den Realismus hoch halten, aber wenn man bedenkt, dass einige Missionen durchaus eine Stunde und länger dauern, dann ist das schon ärgerlich, wenn man kurz vor Schluss stirbt, was schließlich auch in einem Krieg vorkommt.
Im Multiplayer-Modus kann man mit zwei Spielern in vier exklusiven Karten gegeneinander antreten. Man hat einen gewissen Geldbetrag zur Verfügung, mit dem man Fahrzeuge und Personal einkaufen kann, die man dann taktisch geschickt gegen seinen Kontrahenten einsetzten sollte.

Pascal May