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Chicago

Die mit sechs Oscars (unter anderem „bester Film“) und drei Golden Globes preisgekrönte Musicalverfilmung „Chicago“ ist nun, pünktlich zum Weihnachtsfest, auf DVD und VHS erhältlich.
Im Chicago der wilden 20er Jahre lebt die unscheinbare Roxy Hart (Renée Zellweger) ein eher tristes Leben, dem sie entfliehen will und zwar auf die Bühnen des Nachtlebens, ihr Idol ist der glamouröse Star Velma Kelly (Catherin Zeta-Jones). Nachdem Roxy durch einen vermeintlichen Manager ausgenutzt wird, tötet sie diesen, als der Schwindel auffliegt und wandert in den Frauenknast. Dort trifft sie auf ihr großes Vorbild Velma, die nach dem Mord an ihrem Mann und ihrer Schwester ebenfalls verknackt wurde. Keine guten Aussichten für die beiden Frauen wären da nicht die korrupte Oberaufseherin „Mama“ (Queen Latifah), die wohlwollende Presse unter der Reporterin Mary Sunshine (Christine Baranski) und der gerissene Star-Anwalt Billy Flynn (Richard Gere)...
Regisseur Rob Marshall ist es auf unglaublich faszinierende Art und Weise gelungen, diesen Broadway-Erfolg in einen Film zu verwandeln, ohne die zauberhafte Atmosphäre des ursprünglichen Musicals zu schmälern oder gar verschwinden zu lassen. Da Roxy Hart über eine rege Fantasie verfügt, finden Teile ihres Erlebten einfach in Form von Auftritten und Shows statt die hervorragend umgesetzt und brillant in die Handlung integriert wurden. Teile des Gefängnisses werden so zeitweise zur Showbühne, Pressekonferenzen zum Marionettentheater und Anwalt Flynn zum Dompteur in der Zirkusarena des Gerichtssaales.
Sämtliche Darsteller faszinieren den Zuschauer mit erstaunlichen Gesanges- und Tanzleistungen, auch für die aufwendigen Choreographien wurde nicht gedoubelt. Das gute Bild und der hervorragende Klang (deutsch und englisch in Dolby Digital 5.1. oder deutsch in dts) in Verbindung mit den enthaltenen Extras (30 min. „Hinter den Kulissen“, zusätzliche Musikszene und Audiokommentar) verstärken den Genuß.
„Chicago“ bietet einen opulenten Cocktail aus Jazz, Leidenschaft, Lügen und Sex diese Silberscheibe dürfen weder Musik- noch Filmfreunde im Regal stehen lassen.

Alex W. Würth