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Der Bibel-Code

Was sollte nach dem Welterfolg „Sakrileg DaVinci Code“ noch kommen? Richtig, noch mehr „DaVinci Code“. Oder zumindest so etwas ähnliches. Und das nicht nur im Kino, auch die Fernsehsender mischen da kräftig in der bewährten Machart mit. Nachdem bisher vor allem RTL und SAT1 mit „TV-Events“, die nicht immer den Namen verdient hatten, die beste Quote jagten, hat ProSieben nun mit „Der Bibel-Code“ nachgelegt. Hochkarätig besetzt, weltweit aufwändig gedreht und drei Stunden lang. Wer dieses Event im Fernsehen versäumt hat oder noch einmal sehen möchte, der kann jetzt zur DVD greifen, auf der sich die Geschichte werbefrei anschauen lässt.
Cosma-Shiva Hagen spielt hier eine Polizistin, die gleich zu Beginn ihren Job quittiert, nachdem sie einem Verbrecher durch nicht angepasste Behandlung Schmerzen zugefügt hat. Kurz darauf meldet sich ein ihr vollkommen unbekannter Mann auf ihrem Handy, der ihr mitteilt, dass sie seine Tochter ist, der Papst in Gefahr wäre und nur sie den weiteren Verlauf der Welt wieder in die richtige Bahn bringen könnte. Ein Treffen, das sich direkt an dieses Telefonat anschließen soll, erlebt der Vater nicht mehr, weil er vor den Augen seiner geliebten Tochter von Männern in schwarz erschossen wird. Bis dahin ging die junge Frau davon aus, dass ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen wären. Aber jetzt gilt es ja die Welt zu retten. Aber wie? Und vor allem, wo? Da kommt ein französischer Student ins Spiel, der nach nur kurzer Zeit seinen albernen Akzent verliert und sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter des vermeintlichen Vaters, der mindestens fünf Identitäten besitzt, entpuppt. Sie reisen quer durch die Welt, werden immer wieder verfolgt und entwischen immer wieder in letzter Sekunde, bevor auch ihnen von den Männern in schwarz etwas angetan werden kann. Den Papst, herausragend gespielt von Joachim „Blacky“ Fuchsberger, begrüßt sie wie einen großen Bruder, doch der wird hinterrücks von einem Mönch in schwarz erstochen. Oder doch nicht? Erscheinungen, vollgekritzelte Bücher, weiße und schwarze Mönche, geklaute Autos und sinnlose Dialoge machen dieses Drei-Stunden-Werk zur immer größer werdenden Zumutung, das Ende der Geschichte setzt dem ganzen durchsichtigen Unfug noch die Krone auf. Aber das war ja sowieso von vornherein klar, dass die Welt gerettet wird, weil die junge Frau etwas ganz Besonderes ist und es schon immer ihre Bestimmung war, die Welt zu retten. Das kennen wir ja auch schon aus dem „DaVinci Code“.
Die DVD bietet neben der Geschichte in zwei Teilen noch ein Making Of, Outtakes und Interviews. Das muss dann aber auch reichen.
Wer einfach nur drei Stunden sehr leichte Unterhaltung sucht, wird mit „Der Bibel-Code“ bestens bedient. Wer etwas mit Anspruch und einer durchdachten Geschichte sucht, der sollte besser zum Original greifen, und sich ein weiteres Mal „Sakrileg DaVinci Code“ ansehen.

Pascal May