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Zufällig allmächtig

Der britische Schauspieler Simon Pegg ist derzeit richtig gut im Geschäft. Er hat wiederkehrende Rollen in den erfolgreichsten Film-Serien, darunter in "Star Wars", "Star Trek" und "Mission: Impossible", und nebenher spielt er in eigenen, gerne abgedrehten, und fremden Filmen die Hauptrolle.
Terry Jones, Mitglied der Anarchotruppe "Monty Python", hat sich mit seinen 74 Jahren noch längst nicht aufs Altenteil zurück gezogen, hat ein Drehbuch für einen neuen Film geschrieben und gleich noch die Regie und eine kleine Rolle übernommen.
Diese beiden englischen Stars haben nun zusammen gefunden. Dabei herausgekommen ist "Zufällig allmächtig", eine familientaugliche Filmkomödie.

Aliens sind schon seltsame Wesen, doch auch bei denen gibt es Strukturen und Gesetze. Ein Haufen seltsam anmutender launischer Aliens möchte den Planeten Erde nebst seiner Bevölkerung vernichten, weil er stört. Das Alien-Gesetz sieht aber vor, dass vor der Zerstörung eines Planeten dessen Einwohnern eine letzte Chance gegeben werden muss, um sich zu beweisen. Für den Planeten Erde soll nun ein Mensch ausgewählt werden, der mit außerordentlichen Kräften ausgestattet werden soll, der also "zufällig allmächtig" werden soll. Die Auswahl fällt auf Neil, ein Lehrer aus dem Londoner Norden, der davon träumt, einen Bestseller zu schreiben und das Herz seiner Nachbarin Cathrine zu erobern. Doch die scheint an den amerikanischen Offizier und Macho Grant vergeben zu sein. Ansonsten ist seine Motivation eher übersichtlich, der Lehrerberuf ödet ihn an und sein Leben verläuft weitgehend freudlos. Mit neuen Kräften ausgestattet, dauert es eine Weile, bis er begreift, was nun möglich ist. Nach und nach kommen ihm Ideen, wie er seine Kräfte einsetzen könnte, vornehmlich zu seinem Wohl. Sichtlich genießt er seine neue Macht, kann sich nun mit seinem Hund unterhalten, gewinnt jedes Pferderennen, probiert verschiedene neue Körperformen aus und kann Cathrine unbemerkt in ihrer Wohnung beobachten. Dass er mit seiner Wahl, wie er seine Macht einsetzt, über die Zukunft der Menschheit bestimmt, ist ihm glücklicher Weise nicht bewusst. Er vertraut sich seinem indischen Freund Ray an, macht damit aber auch dessen Leben nicht einfacher. Dass das Leben mit solcher Macht zunehmend kompliziert wird, begreift er erst allmählich. Doch viel wichtiger ist, wie die Aliens am Ende über den Planeten Erde entscheiden werden.

"Zufällig allmächtig" liegt auf DVD in der deutschen und englischen Sprachfassung (Dolby Digital 5.1) vor.

Die Story ist nicht wirklich neu, und so erinnert die Handlung sehr stark an Filme wie "Bruce allmächtig". Dort wollte Gott auch mal Urlaub machen und übertrug seine Allmacht auf Bruce, hier sind es Aliens, die Neil zufällig aussuchen. Da wollte es sich Terry Jones wohl nicht wieder mit der Kirche anlegen, wie er es sonst gerne zusammen mit den anderen Mitgliedern von "Monty Python" getan hat, und so ist ihm ein rundum fröhlicher, lebensbejahender Film gelungen, der einfach nur unterhalten und keine Botschaft vermitteln möchte. Die Stimmen der launischen Aliens mit den fünf verbliebenen "Pythons" zu besetzen lag auf der Hand, war dennoch eine sehr gute Idee. Simon Pegg mit der Hauptrolle als desillusionierter Lehrer Neil zu besetzen war eine sehr gute Entscheidung, denn hier kann er sein gesamtes komödiantisches Können unter Beweis stellen, auch wenn dadurch die Nebencharaktere kaum eine Chance bekommen. Kate Beckinsale darf als angehimmelte Nachbarin einfach nur gut aussehen, und auch die prominent besetzten Nebenrollen, darunter Eddie Izard und Joana Lumley, dürfen nur Stichworte geben. Die Stimme von Hund Dennis im Original mit Robin Williams zu besetzen, war eine geniale Idee, allein schon dafür lohnt es sich, den Film in der Originalfassung anzusehen.

Auch wenn die Geschichte des Films nicht wirklich neu ist, macht der Film allein schon wegen der handverlesenen Besetzung richtig Spaß, vor allem wenn es darum geht, welchen Wunsch sich Neil als nächstes erfüllen möchte. Die Pythons in einem Film vereint zu wissen, wird ohnehin nur die Hardcore-Fans interessieren, denn für alles andere sind deren Rollen zu klein. "Zufällig allmächtig" ist ein weiteres Werk leichter Unterhaltung, das man sich gerne, auch im Kreise der Familie, ansieht, um vom Alltag abzuschalten und einfach nur Spaß zu haben und gut unterhalten zu werden.

Pascal May
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