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Deponia

Was hat Schrott und Müll mit einem PC zu tun? Wenn der PC nicht kaputt ist zunächst einmal gar nichts, denkt man. Mit dem Adventurespiel „Deponia“ werden wir schnell eines Besseren belehrt! Kaum installiert ist schon eine abgedrehte Schrottwelt erreicht, die die PC-Spielewelt auf eine herrliche Art anreichert.
Zur Story: Versunken im Müll ist Deponia, wie der Name schon sagt, kein interstellares Hawaii, sondern ein echter Schrottplanet. Rufus, herrlich gezeichneter Held, wünscht sich konsequenterweise sein Heimatkaff Kuvaq zu verlassen, was ihm mit Hilfe des Spielers auch gelingen kann. Das geheimnisvolle Mädchen Goal, das aus der schwebenden Stadt Elysium kommt, bietet sich da als Angelpunkt geradezu an und bietet neben der optimalen Fluchtmöglichkeit auch noch die Chance für eine romantische Liebesbeziehung. Das alles ist in einer tollen Comicwelt platziert und mit einem mehr als würdigen Sound garniert.
Die Rätsel: Kern eines Adventures sind neben einer meist abgedrehten Story immer die Rätsel. Am Anfang ist der Schwierigkeitsgrad sehr human und man geht automatisch strukturiert die einzelnen Hinweise und Objekte durch und kommt schnell zu einer Lösung. Mit der Zeit steigt dann der Schwierigkeitsgrad und die Rätsel verlaufen nun nicht mehr chronologisch. Dabei bleibt das Spiel stets fair, wenngleich die Lösungen der Rätsel manchmal etwas um die Ecke gedacht sind. Man findet zum Beispiel Ballons und im Nebenraum eine Heliumflasche. Klar, dass das zusammengehören wird, aber absolut unklar, wofür man beides braucht. Erst später im Spiel kommt der Ballon zum Einsatz, und wenn man dann im optimalen Fall weiß, wofür man das Teil mit sich herumgetragen hat, gibt's auch den berühmten Aha-Effekt.
Mit von der Partie sind auch kleinere Mini-Games, wie beispielsweise das Zusammenbauen einer Mosaikwand wobei diese Spielchen, die auch direkt übersprungen werden können, aber in der Regel kein allzu großes Problem darstellen. Insgesamt sind die Rätsel abwechslungsreich, teilweise herrlich abgedreht, aber immer fair und nicht zu einfach.
Die gesamte Startauflage von „Deponia“ kommt in einer hochwertigen Klappbox inklusive jeder Menge Extras. Zum Inhalt gehören unter anderem der komplette Soundtrack des Spiels auf einer Extra-CD im Pappschuber mit allen eingesungenen Tracks von Schöpfer Jan-Müller Michaelis. Abgerundet wird dies von einem umfangreichen Handbuch sowie einem doppelseitigen Poster mit Motiven von Deponia und Botanicula.
Daedalic verzichtet beim Release auf jegliche Digital Rights Maßnahmen und veröffentlicht das Spiel ohne Kopierschutz. Der Entwickler setzt auf ehrliche Käufer und hofft, dass die Spieler diesen komfortablen Schritt wertschätzen werden. Da kann man nur wünschen, dass das gut geht.
„Deponia“ lohnt sowohl für Anfänger als auch alte Hasen des Adventure Genres und verspricht stundenlangen Spielspaß.

Michael Müller
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