Artikeldienst Online

11:14

Auf den ersten Blick haben sie nichts gemeinsam, doch alles geschieht in der gleichen Stadt und zur gleichen Zeit, nämlich um 11:14 Uhr nachts. Drei Freunde, die eine Tour im Mini-Van der Mutter unternehmen, ein Vater, der sich Sorgen um seine Tochter macht, ein überforderter Polizist, ein Überfall auf eine Tankstelle und keinerlei Erklärungen, was sich da eigentlich abspielt. Am Ende werden sich alle Geschichten irgendwo treffen.
Vor zehn Jahren begann die Serie der Horrorfilme, die im Verlauf immer verwirrender und erst ganz am Ende aufgeklärt wurden. Der Vorreiter dafür war Wes Craven mit seinem Streifen "Scream". Innerhalb kürzester Zeit folgten unzählige Film-Klone nach diesem Schema, so dass es damit bald schon langweilig wurde.Bereits vor drei Jahren wurde diese Idee wieder ausgegraben, und dabei herausgekommen ist "11:14", ein intelligenter und packender Streifen, der dem Zuschauer über die gesamte Länge die Fragezeichen ins Gesicht schreibt. Kurz vor dem Abspann kommt dann endlich die Erlösung mit der überraschenden Erklärung und ein sattes Aha-Erlebnis stellt sich ein.
Neben einer pfiffigen Geschichte gesellen sich große Namen zu diesem Film, allen voran Oscar-Preisträgerin Hillary Swank, der fast schon vergessene Patrick Swayze, Henry Thomas, der als Kind mit "E.T." weltbekannt wurde und Rachel Leigh Cook, bekannt aus dem Teenie-Streifen "Eine wie keine". An Bonus-Material bietet die DVD eine ganze Menge: Neben drei Kinotrailern und verschiedenen TV-Sots finden sich ein "Hinter den Kulissen"-Special, Interviews mit fast der gesamten Besetzung sowie dem Regisseur. In der Hülle findet sich dazu noch ein 16-seitiges Booklet mit interessanten Informationen zum Film. Bei der Tonfassung bleiben kaum Wünsche offen: feinstes Dolby Digital 5.1 in deutscher und englischer Sprache, dazu noch eine deutsche dts-Fassung.
Ein außerordentlich gut gemachter Film mit einer komplett durchdachten Geschichte, hervorragend gespielt und von der ersten Minute an Spannung pur bis zum Abspann.
Wer Freude an undurchsichtigen Geschichten hat oder sich einfach gut unterhalten lassen möchte ist mit "11:14" bestens bedient. Wer dieses Genre bisher noch nicht kennengelernt hat, der kann diesen Film bedenkenlos als Einstiegsdroge nutzen.

Pascal May