Artikeldienst Online

District 9

Das ist mal ein ganz neuer Ansatz: ein riesiges Raumschiff schwebt über der Stadt und bleibt dort stehen. Drei Monate lang geschieht nichts. Als die Streitkräfte Erkundungs-Trupps zu dem Raumschiff entsenden, finden diese eine Million ausgehungerte Aliens. Die Aliens werden alle zur Erde gebracht und in einem speziell eingerichteten Flüchtlingslager namens „District 9“, das schnell zu einem Slum verkommt, interniert. Nach zehn Jahren hat sich die Zahl der Aliens, die aufgrund ihres Aussehens „Shrimps“ genannt werden, auf 1,8 Millionen fast verdoppelt, was eine Evakuierung dieser Spezies unter besonderen Bedingungen notwendig macht. Verbracht werden sollen sie im neuen „District 10“. Damit beauftragt wird die zivile Firma MNU, eine Sicherheits- und Militärfirma, der es nicht wirklich um bessere Lebensbedingungen der Gäste geht als vielmehr um die außergewöhnlichen Waffen. Die sind aber für Menschen nicht nutzbar, da die Waffen vor Auslösen die DANN des Schützen abfragt und nur mit Shrimp-DANN funktioniert. Die Aliens, die scheinbar ohne eigene Führung auf der Erde leben und unheimlich auf Katzenfutter stehen, sind Menschen gegenüber nicht wohl gesonnen und greifen diese an. Bei der Durchsuchung einer Hütte wird der Leiter der Evakuierung, Wikus van der Merwe, mit einer Flüssigkeit kontaminiert, die ihn plötzlich auch zum Gejagten macht.
Der neue Ansatz an diesem Science-Fiction-Film? Er spielt nicht in den USA sondern in Südafrika, genauer in Johannesburg, und ist mit einem Budget von 30 Millionen Dollar fast schon eine Low-Budget-Produktion. Bei der Produktion hat unter anderem Peter Jackson, Regisseur der „Herr der Ringe“-Trilogie, geholfen. Immerhin hat es dieser Film zu vier Oscar-Nominierungen, unter anderem für die grandiosen Special Effects, geschafft, ist aber letzten Endes doch leer ausgegangen. Bemerkenswert ist der Film aber allemal. Zum ersten Mal geht es in Südafrika nicht um den Kampf zwischen schwarz und weiß, in diesem Fall kämpfen beide Seiten vereint gegen die Aliens.
Die DVD bietet neben der deutschen und der englischen Sprachfassung (Dolby Digital 5.1) einen Kommentar des Regisseurs, entfallene Szenen, „The Alien Agenda Protokoll eines Filmemachers“ sowie eine dreiteilige Dokumentation.
Den Erzähl-Stil von „District 9“ viel Handkamera und aus der Zeugenperspektive erzählt muss man mögen, um sich richtig für den Film begeistern zu können. Wer offen für außergewöhnliche Ideen ist, wird viel Spaß an diesem außergewöhnlichen Film haben.

Pascal May
Weitere interessante Artikel