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Soundtrack - Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Der berühmte John Williams gibt sich einmal mehr die Ehre. Bereits die erste Reise des Zauberschülers Harry Potter unterlegte er mit magischer Musik und warum jemand anderen verpflichten, wenn „Altes“ bewährt ist? Mit William Ross hat sich der 1932 geborene John Williams noch Unterstützung ins Boot geholt: William Ross dirigiert das London Symphony Orchestra und hat auch an den Themen zu „Harry Potter“ mitgearbeitet. Zusätzlich wurden noch die London Voices verpflichtet, die einem Wohlfühlschauer über den Rücken jagen.
Das richtige Handwerkszeug für John Williams, der für spannungsgeladene Soundtracks immer zu haben ist. Man erinnere sich nur an das legendäre Thema von „Star Wars“ oder „Der weiße Hai“, mit dem er den zweiten von 5 Oscars aus 37 Nominierungen holte.
Im Gegensatz zum Soundtrack des ersten Filmes sind die Stücke analog zum Film eindeutig düsterer gehalten. Es wird langsam Spannung aufgebaut, die durch fanfarenartigen dynamischen Instrumenteneinsatz überraschend immer wieder aufgelöst wird. In knapp 70 Minuten reiht Williams die leisen und impulsiven Passagen aneinander, so dass nie Langeweile aufkommt.
Während des Hörens kann man den Film vor seinem geistigen Auge ablaufen sehen. Jeder Charakter ist musikalisch klar strukturiert und erkennbar. Man zittert förmlich mit, wenn Lord Voldemort auftritt, seine Boshaftigkeit ist eindrucksvoll zu hören. Besonders herauszuheben ist das vorletzte Stück der CD, „Reunion of Friends“, welches eine wunderbare Musikvielfalt in nur fünf Minuten widerspiegelt. Extra-Klasse! Einige Themen wurden aus der ersten Vertonung übernommen, insgesamt gesehen ist es aber ein eigenständiges Werk.
Harry Potter Fans werden dem Weltlichen entrückt im Sessel sitzen und den wunderbaren Klängen John Williams’ lauschen und in ihre magische Welt eintauchen. Und für Fans guter Filmmusiken oder Klassik ist diese Scheibe ein Hörgenuss. Allerdings brechen für Sammler teure Zeiten an: die CD wird mit insgesamt fünf verschiedenen Cover-Versionen ausgeliefert.

Pascal May