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Der Boss

Ist er ein Monster oder ein Genie?

Natalie Olsen und ihre beste Freundin Cara feiern sehr ausgelassen in einem Club. Später verschwindet Cara mit einem gut aussehenden und sehr attraktiven Mann, doch am nächsten Morgen wird sie bewusstlos an einer Bushaltestelle gefunden. Es stellt sich heraus, dass ihr jemand eine lebensbedrohliche Droge verabreicht haben muss. Sie kommt in ein Krankenhaus und liegt nun im Koma und keiner weiß, ob sie überleben wird. Im Krankenhaus liegt noch eine weitere junge Frau, der vermutlich die gleiche Droge wie Cara verabreicht wurde. Natalie ist geschockt und kann es gar nicht fassen, was da ihrer besten Freundin zugestoßen ist. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber Natalie ist fest entschlossen, diesen Mann zu finden, der ihrer Freundin dies angetan hat. Durch einen puren Zufall entdeckt Natalie genau das Gesicht dieses Mannes, mit dem Cara den Club verlassen hat, auf dem Cover eines Magazins. Sein Name ist Geoffrey Rosenberg und er wurde gerade erst zum Mann des Jahres gekürt. Er ist der Boss eines sehr aufstrebenden Tech-Unternehmens, berühmt und sehr erfolgreich. Natalie überlegt, wie sie diesem Geoffrey näher kommen kann. Da lernt sie wiederum ganz zufällig Nick kennen, der beinahe aus Unachtsamkeit in ein Auto gelaufen wäre. Es stellt sich heraus, dass er Geoffrey kennt, da er für ihn arbeitet. Im Hause Rosenberg wird ausgerechnet eine Haushälterin gesucht, und so lässt sich Natalie darauf ein, um Rosenberg damit näher zu kommen und entsprechende Beweise zu sammeln. Er soll schließlich für seine Tat bezahlen. Die anderen Angestellten verhalten sich jedoch sehr seltsam ihr gegenüber und ihre Vorgängerin scheint spurlos verschwunden zu sein. Die Atmosphäre dort ist irgendwie düster und unheilvoll. Jeder der Angestellten scheint etwas zu verbergen zu haben und gibt zudem Rätsel auf. Wovor haben sie eigentlich Angst? Natalie wollte mit ihrer Anstellung ihrem neuen Chef eine Falle stellen, doch was ist, wenn sie schon selbst in einer gefangen ist?

Iliana Xander schreibt bereits seit sie ein Teenager war. Geheimnisse, Neid, Liebe und unfassbare Twists, all das findet man in ihren Geschichten. Mit „Love Mom“ gelang ihr das explosivste Thriller- Debüt des letzten Jahres. Zunächst im Selfpublishing veröffentlicht, gab es so viel Begeisterung für das Buch, dass es in kürzester Zeit weltweit für Furore sorgte und in mehr als dreißig Ländern erschienen ist.

Dies ist mein erster Thriller, den ich von der Autorin Iliana Xander, gelesen habe, Die Story wird aus verschiedenen Blickwinkeln der betreffenden Personen erzählt. Grundsätzlich wird es aus Natalies Sicht erzählt, aber es kommen dann auch Kapitel, die aus Sicht eines „Unbekannten“ erzählt werden, was der Geschichte damit natürlich noch eine zusätzliche Spannungsnote gibt. Der Thriller liest sich angenehm und macht neugierig. Der Handlungsstrang basiert für mich insbesondere am Anfang auf einigen Zufällen, die den Thriller etwas weniger realitätsnah und konstruiert erscheinen lassen. Trotzdem kommt man sehr schnell in die Geschichte rein und spätestens mit dem Arbeitsbeginn von Natalie in der Villa überwiegt die Spannung und weist Suchtpotenzial auf. Die Wendungen sind teilweise unerwartet, die Figuren bleiben durchwegs undurchsichtig und somit fragt man sich häufig, wer eigentlich welches Spiel mit wem spielt. Bis das Rätsel um den „Boss“ gelüftet wird, steigert sich die Spannung zum Ende hin noch einmal massiv und man ist sich selbst nicht mehr sicher, welche Seite man eigentlich einnehmen soll. Insgesamt eine angenehme, temporeiche und packende Lektüre, die gut unterhält und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält. Bin daher schon erwartungsvoll auf den nächsten Thriller der Autorin gespannt!

Andrea Müller
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