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Milchgeld. Ein Kluftingerkrimi

Mit „Erntedank. Ein Allgäu-Krimi“ 2009 lief die erste Verfilmung der beliebten Bücher um den Allgäuer Kommissar Kluftinger im dritten Bayerischen Fernsehen, seine Premiere feierte der Film beim „Filmfest München“ im gleichen Jahr. Gezeigt wurde der Fernseh-Film in der Rubrik „Heimat-Krimis“, mit dem der BR zeigen wollte, dass nicht nur in München oder Nürnberg interessante Kriminalfälle passieren und die Regionen auch einiges zu bieten haben. Erfunden haben ihren „Klufti“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, der Journalist Volker Klüpfel sowie der Realschullehrer Michael Kobr. In bisher sieben Bestsellern durfte der Kommissar ohne Vornamen schon ermitteln, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.
Obwohl das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht gerade für Experimente bekannt ist, traut sich der Bayerische Rundfunk genau dieses: „Klufti“ kommt nach seinem inzwischen deutschlandweiten Erfolg ins Erste! Gewagt ist es vor allem deswegen, weil „Milchgeld. Ein Kluftingerkrimi“, so der Titel des zweiten Films, in Allgäuer Mundart spielt. Zugegeben für manch Nicht-Bayern eine echte Herausforderung. Gespielt wird „Klufti“ wieder von Herbert Knaup, einem echten Allgäuer. Ihm zur Seite stehen seine liebe Frau Erika, dieses Mal gespielt von Margret Gilgenreiner, sein Vater (Tilo Prückner) sowie seine Kollegen aus dem ersten Film.

Ausgerechnet in seinem Heimatort Altusried wird ein Mord begangen: der Betriebsleiter der örtlichen Molkerei wird erdrosselt aufgefunden. Motive haben nicht nur die Bauern der Umgebung, die in ihrer Bezahlung gedrückt werden sollten, denn besonders beliebt war der Tote nie. Nicht nur, dass der Kommissar sich nun in seinem Heimatort unbeliebt macht, weil er dort auch gegen Bekannte aus der Blaskapelle, in der er selbst mitspielt, ermitteln muss und daher nicht zusammen mit seiner Frau Erika in den Urlaub fahren kann. Sein Vater, pensionierter Leiter der Mordkommission, mischt sich ungefragt in den Fall ein, und „hilft“ seinem Sohn bei den Ermittlungen. Steckt hinter diesem Mord wirklich die Russen-Mafia, wie Vater Kluftinger vermutet? Geht es am Ende noch um Drogen im beschaulichen Allgäu? Und wie ergeht es Erika alleine im Urlaub?
Verpassen sollte man dieses Krimi-Juwel um Kommissar Kluftinger, der auch schon als neuer „Tatort“-Kommissar gehandelt wurde, auf keinen Fall!
Ausgestrahlt wird „Milchgeld. Ein Kluftingerkrimi“, wieder bewährt gedreht von Regisseur Rainer Kaufmann, am 26.04.2012 um 20.15 Uhr. Natürlich im Ersten!

Pascal May