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Das Alphabeth der Masken

Das Jahr 1930 in Leipzig. Amalia Lux wurde gegen ihren Willen aus ihrer Heimat in den Kolonien nach Leipzig gebracht, da ihre Mutter den wohlhabenden Akenfels geheiratet hat und jetzt mit ihm und ihrer kleinen Schwester Vineta zurück nach Leipzig gezogen ist. Amalia Lux wurde ein paar Wochen später mit erst zwölf Jahren von ihrem Stiefvater und dessen komischen Schwestern aus dem Haus gezerrt und in ein Heim gebracht. Amalia war nämlich nicht das Kind, das vorgezeigt werden kann, weil es eine andere Hautfarbe hat. Ihre Mutter stand damals am Fenster und hat dem Treiben teilnahmslos zugesehen. Amalia war damals sehr traurig, denn sie sieht dann auch ihre kleine Schwester nicht mehr. Obwohl sie auch sauer auf sie ist, denn sie hat sie beim Stiefvater verraten, als die Nonnen sie abholten.
Siebzehn Jahre später lebt Amalia wieder in Leipzig und trifft auf ihre Schwester Vineta, die sie bittet, doch in das Haus ihres nun verstorbenen Stiefvaters zu kommen und die Mutter zu besuchen, die im Bett liegt und nicht mehr viel von der Außenwelt mitbekommt.
Vineta will ihr die Bibliothek ihres Vaters zeigen, weil sie auf etwas Interessantes gestoßen ist und da sich Amalia sehr gut mit Büchern auskennt, möchte sie, dass sie sich das ansieht. Ihr Stiefvater hatte sieben Exlibris mit der Darstellung mysteriöser Masken im Besitz, signiert mit „L.Gora“. Die Exlibris beinhalten auch immer einen Buchfluch, der Dieben und säumigen Leihern Tod und Teufel an den Hals wünscht, wenn er den Band nicht an den Besitzer zurückbringt. Seitdem diese nun im Haus sind, wird es dort immer schlimmer. Die Krankheit der Mutter, der Irrsinn der Tanten und schließlich Vaters Tod. Vineta meint, dass sie nun die Einzige aus der Familie ist, die dabei verschont geblieben ist. Amalia will nun doch mehr über die Exlibris in Erfahrung bringen und als sie zu Vineta ins Haus kommt, um die Exlibris abzuholen, macht sie eine grausige Entdeckung. Vineta ist verschwunden und die zwei Bediensteten, die zwei irren Schwestern und ihre Mutter wurden ermordet. Amalia nimmt die Exlibris und flüchtet aus dem Haus, denn sie ist sich sicher, dass man ihr diese Morde in die Schuhe schieben will.

Das Jahr 1970 in Monaco.
Der junge Timm fühlt sich in seiner WG mit seinen Bewohnern nicht mehr wohl und flüchtet zu seinem Onkel Em, einem Autor, der in einer schicken Penthouse-Wohnung in Monaco lebt, der aber schon seit zwei Jahren keinen neuen Roman mehr geschrieben hat. Timm soll ihm helfen, die Bücher und Notizen zu sichten und aufzuräumen und sie in den Keller zu bringen. Auf dem Weg in den Keller begegnet er im Aufzug der Baronin Matilda von Rabeder und auch Nada, die momentan bei ihr lebt. Nada ist eine ehemalige Balletttänzerin, die nun der Baronin hilft und dafür Unterkunft bei ihr hat. Die Baronin ist so von Timm beeindruckt, dass sie ihn bittet, doch vorbeizukommen, um ihr zu helfen bei einer Recherche über Exlibris.
Timm erfährt von seinem Onkel, dass diese gesamten Bücher aus der Plünderung der Deutschen in der Nazizeit sind. Alsbald zeigt die Baronin Timm die wenigen Bücher, die sie noch hat und dabei sind auch Exlibris, die eigentlich für eine Bibliothek gedacht waren. Und diese Bibliothek soll eine Geheimgesellschaft, eine Loge, sein. Die Baronin bittet ihn, nach Ligurien zu fahren, um von einem jüdischen Fachmann mehr über die Exlibris in Erfahrung zu bringen. Nada soll ihn fahren, denn Timm hat keinen Führerschein. Timm hat nichts dagegen, denn Nada ist ihm sehr sympathisch. Sie ahnen jedoch nicht, auf was sie sich da einlassen und welche, auch tödlichen, Konsequenzen auf sie zukommen werden.

Kai Meyer wurde am 23. Juli 1969 in Lübeck geboren und wuchs im Rheinland auf. Nach dem Abitur studierte er Film, Theater und Philosophie und volontierte bei einer Tageszeitung. Seit 1995 arbeitet er als freier Schriftsteller. Die weltweite Auflage seiner Romane beträgt mehrere Millionen Exemplare. Meyers Werke wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Er lebt jetzt in Erftstadt und ist Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor.

Bei diesem Roman musste ich mich erst mit den zwei verschiedenen Zeitebenen, in denen die Geschichte spielt, zurechtfinden, aber ich kam da sehr schnell rein und hatte alle Protagonisten im Blick und ihre verschiedenen Aufgaben. Es war sehr aufschlussreich, was sich im Jahre 1930 alles abgespielt hat und wie es den Menschen in dieser Zeit in Leipzig erging. Ebenso die Jahre später, wie über das Nazideutschland berichtet wurde und welch großen Einfluss die Zeit später noch auf die Menschen hatte. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich nicht, was Exlibris sind, aber als ich mehr erfuhr, wurde ich immer neugieriger. Es war sehr spannend zu erleben, wie sich alles aufklären würde und was noch alles passieren musste. Mit diesem Buch habe ich eine Menge gelernt, wurde aber auch bestens unterhalten, wobei auch die Spannung nicht zu kurz gekommen ist. Dies ist zwar schon der fünfte Band einer Reihe, doch hatte ich keine Schwierigkeiten, hier einfach einzusteigen. Eine großartige Unterhaltung, die einem sogar noch etwas beibringt!

Gudrun Loher