
Was hat sie zu verbergen
Sylvia Robinson hat eine neue Stelle angenommen. Sie arbeitet jetzt als private Pflegekraft bei den wohlhabenden Bernetts. Sie soll sich um Victoria kümmern, die nach einem tragischen Unfall eine Betreuung rund um die Uhr benötigt. Einst eine wunderschöne junge Frau ist Victoria nun in ihr Zimmer im oberen Stockwerk in der großen Villa verbannt. Sie kann weder gehen, noch kann sie in Sätzen sprechen und benötigt auch beim Essen Hilfe. Doch schon bald hat Sylvia das Gefühl, dass Victoria nicht ganz so hilflos ist, wie es den Anschein hat.
In ihrem Zimmer deutet Victoria immer wieder auf eine Schublade und gibt Sylvia deutlich zu verstehen, diese zu öffnen. Darin befindet sich Victorias Tagebuch. Sylvia darf es mitnehmen und beginnt, darin zu lesen. Sie stellt fest, dass die darin genannten Einträge so gar nicht mit dem übereinstimmen, was ihr Adam, Victorias Ehemann, über seine Ehefrau erzählt hat. War ihr Sturz, bei dem sie sich so schwer verletzte, nun wirklich ein Unfall? Oder war es Absicht? Vielleicht versucht auch Victoria Sylvia auf diesem Wege zu manipulieren? Wem soll sie jetzt noch glauben und vertrauen?
Mit ihrer Gabe für überraschende Twists und packende psychologische Spannung ist der US-amerikanischen Neurologin und Bestsellerautorin Freida Mc Fadden, die eigentlich Sara Cohen heißt, in kürzester Zeit der internationale Durchbruch gelungen. Nach dem phänomenalen Erfolg von „Wenn sie wüsste“, der als "The Housemaid" ins Kino kam und Rekorde an den Kinokassen der ganzen Welt brach, stürmte sie mit ihren darauffolgenden Thrillern gleich an die Spitze der Spiegel-Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie und einer schwarzen Katze lebt die Autorin in Boston in einem jahrhundertealten Haus mit knarzenden Treppen und Blick auf das Meer.
Dieser Thriller bietet spannende Unterhaltung, ohne dabei allzu grausame oder blutige Szenen zu beschreiben. Ich mag den Stil der Autorin, weil sie auch in diesem Buch wieder die gewohnte Mischung aus beklemmender Atmosphäre, psychologischen Aspekten und einer Vielzahl an überraschenden, rasanten Wendungen bietet. Der perspektivische Wechsel durch die zwei Erzählebenen, einmal die Einträge aus dem Tagebuch aus der Vergangenheit und das Geschehen in der Gegenwart, machen den Leser neugierig. Je mehr Sylvia durch die Tagebucheinträge erfährt, desto deutlicher wird, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Verstärkt wird dies dann noch zusätzlich durch die Szenerie, wie die Abgeschiedenheit des Hauses, einem Schneesturm und dem damit verbundenen Stromausfall. Auch wenn Sylvia in meinen Augen manchmal etwas naiv und gutgläubig dargestellt wird, entwickelt sich langsam die Spannung, die diese Geschichte ausmacht. Ein natürlich sowohl für Fans wie auch Neueinsteiger sehr lesenswerter Thriller, der auch auf neue Geschichten der Autorin neugierig macht.
416 Seiten, Heyne Taschenbuch Verlag, 17,00 Euro
Der Freund (Bücher)
Der Lehrer (Bücher)
Der Sturm - Verachtet (Bücher)
Der Sturm - Vergraben (Bücher)
Der Sturm - Vernichtet (Bücher)
Die Tiefe - Verblendet (Bücher)
Die Tiefe - Versunken (Bücher)