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Wicked: Teil 2

Seit Oktober 2003 läuft das Musical "Wicked – Die Hexen von Oz" am Broadway, das die Vorgeschichte zu "Der Zauberer von Oz", dem Musical-Film mit Judy Garland aus dem Jahre 1939 erzählt. Das Musical ist bis heute ein großer Erfolg, so dass es inzwischen in mehreren Sprachen weltweit gezeigt wird. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis das Musical von Hollywood verfilmt wird. Der erste Film, "Wicked", war ein ebensolcher weltweiter Erfolg, nun ist Teil 2 des Film-Duos für das Heimkino auf BluRay und DVD erhältlich.

"Wicked" erzählt die Kindheit und Jugend der beiden Hexen Elphaba und Galinda, und wie sie an die Glizz-Universität kommen. Galinda wird als neue Studentin aufgenommen, Elphaba begleitet nur ihre Schwester, die im Rollstuhl sitzt. Als die Dekanin für Zauberwissenschaften Elphabas magische Fähigkeiten erkennt, werden beide Schwestern an der Universität aufgenommen. Elphaba bewundert sehr den Zauberer von Oz, so dass ihr in Aussicht gestellt wird, ihn zu treffen, und tatsächlich dürfen Galinda, die sich nun Glinda nennt, und Elphaba den Zauberer treffen. Nach einem Streit gehen die beiden Zauber-Studentinnen getrennte Wege, wobei in der Stadt und im ganzen Land erzählt wird, dass Elphaba eine böse Hexe ist.

Teil 2 beginnt ein Jahr nach den Geschehnissen aus dem ersten Film.
Elphaba ist nun als die Böse Hexe des Westens von den Manschkins verstoßen, und kämpft im Exil für die Freiheit der Tiere. Sie will die Wahrheit über den Zauberer enthüllen und offenlegen. Glinda ist das Symbol des Guten, auch die gute Hexe des Nordens genannt. Die gelbe Ziegelsteinstraße zum Palast des Zauberers wird unter großen Anstrengungen von den Tieren gebaut, wobei Elphaba immer wieder eingreift. Ihre Schwester Nessarose ist nach dem Tod ihres Vaters nun Governeurin des Manschkinlandes, und als solche setzt sie sich vehement für die Tiere und deren Rechte ein. Glinda genießt ihren Ruhm und die Liebe des Volkes, aber während ihre geplante Hochzeit mit Fiyero naht, bedrohen Intrigen und ein Mädchen aus Kansas das fragile Gleichgewicht von Oz. Glinda und Elphaba müssen ein letztes Mal zusammenfinden, um Oz zu retten, denn ihre außergewöhnliche Freundschaft ist der Schlüssel zu ihrem Schicksal.

Der Film liegt auf BluRay in der deutschen (Dolby Digital Plus 7.1) und englischen (Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1 (Sing-Along-Version) Sprachfassung vor. An Extras gibt es ein knapp einstündiges Making Of, einen Audiokommentar mit Regisseur Jon M. Chu, geschnittene Szenen, die Sing-Along-Version sowie das Featurette "Der wahre Zauberer, Kiamo Ko".

In der Handlung ist vom ersten zum zweiten Film ein Jahr vergangen, ebenso auch in der Veröffentlichung der Kinofilme und der Heimkino-Versionen. Auch im zweiten Teil, der im Musical den zweiten Akt darstellt, spielen die Oscar-Nominierten Sängerinnen und Schauspielerinnen Cynthia Erivo und Ariana Grande-Butera die Hauptrollen Elphaba und Glinda, die Musik stammt wieder von Stephen Schwarz, der auch das Musical geschrieben hat, und erneut inszeniert Jon M. Chu.

Der erste Film, "Wicked", hatte den Moment des Neuen inne, und konnte von den Hits aus dem Musical profitieren. Die Fortsetzung hingegen startet recht düster, auch wenn mit der Verlobung Glindas etwas Glitter in die Runde geworfen wird. Wegen fehlender eingängiger Lieder behilft man sich in Teil zwei damit, immer wieder das Thema von "Defying Gravity" anzuspielen, um dann in die nächste dramatische Szene zu stürzen.
In Teil zwei passiert jede Menge, was die Tiere und den Zauberer betrifft, es gibt Verwandlungen geliebter Menschen, ein Mädchen aus Kansas taucht auf und Oz muss gerettet werden. All das ernste Themen, so dass diese Fortsetzung nun dem knallbunten ersten Teil deutlich nachsteht.

War "Wicked" zehnfach oscarnominiert, muss "Wicked: Teil 2" ganz ohne Nominierung für den wichtigsten Filmpreis der Welt auskommen, was als große Überraschung wahrgenommen wurde.

Teil eins hatte auf BluRay gleich drei Versionen vorgehalten: Den Film in der deutschen oder englischen Sprachfassung sowie die deutsche Fassung mit den englischen Liedern. Teil zwei bietet hingegen die deutsche und die englische Sprachfassung sowie eine Sing-Along-Fassung zum englischen Original. Vor allem das Making-Of krönt die Extras auf der blauen Scheibe, denn in knapp einer Stunde geht es hier ums Eingemachte und wie die Produktion dieser Forsetzung verlief. Da hat man sich endlich mal wieder Zeit gelassen, um mehr über die Hintergründe zu erzählen, was heute nicht mehr alltäglich ist.

"Wicked" war neu, knallbunt und hatte Lieder zum Mitsingen oder die zumindest als Ohrwurm herhalten. "Wicked: Teil 2" hingegen ist düsterer, ernster, was sich auch in der Musik niederschlägt, und kann so nicht wirklich mit dem ersten Film mithalten. Dennoch sollte man sich diese Fortsetzung der Erzählung nicht entgehen lassen, um einen schönen Abschluss zu dieser Geschichte zu finden. Und dringend angeraten sei auch, sich "Der Zauberer von Oz" anzusehen, wer diesen Klassiker noch nicht gesehen hat. Mit allem zusammen hat man dann ein richtig rundes "Wicked"-Erlebnis!

Pascal May