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Guardians of the Galaxy Vol. 2

Fast drei Jahre haben die „Guardians of the Galaxy“ ihre Zuschauer und Fans warten lassen, bevor sie sich erneut auf den Weg gemacht haben, um die
Galaxie zum wiederholten Male vor der Vernichtung zu bewahren.

Seit der letzten Begegnung mit den Guardians haben diese sich zu einem Team zusammengerauft. Sie reisen von Planet zu Planet und helfen dort, wo man
ihre Art von Hilfe benötigt. Allerdings sind sie sich selbst hierbei weiterhin treu geblieben. Geholfen wird nicht um des Helfens Willen, sondern sie verlangen für ihre Dienste angemessene Bezahlung
unterschiedlichster Art.

Eine dieser Bezahlungen stellt sich als Nebula (Karen Gillan), Gamoras (Zoe Saldana) Schwester, heraus. Aber es kommt nicht zur Familienvereinigung. Im
Gegenteil. Man will Nebula ausliefern und das Kopfgeld, was auf diese ausgesetzt ist, kassieren. Jedoch läuft es natürlich nicht so wie geplant.
Durch einen Angriff stürzt ihr Schiff ab und ist fürs erste so schwer beschädigt, dass eine Auslieferung Nebulas erst einmal in weite Ferne rückt. Rettung scheint nah, als plötzlich ein Unbekannter auftaucht und seine Hilfe anbietet. Er stellt sich als Ego (Kurt Russell) vor und verkündet, dass er Peters lange verschollener Vater sei und ihn schon seit dessen Geburt gesucht habe.

Nach kurzem Hin und Her entscheidet das Team sich zu trennen, damit Peter (Chris Pratt) die Möglichkeit bekommt, mit seinem Vater in dessen Heimat zu
reisen. Er soll dort die Chance haben, seinen Vater besser kennenzulernen und etwas über seine Herkunft zu erfahren. Des Weiteren eröffnet ihm Ego,
dass er mit besonderen Fähigkeiten gesegnet sei. Wegen diesen konnte er unter anderem im ersten Film den Infinity Stein halten und nutzen, ohne
Schaden hiervon zu tragen. Gamora und Drax (Dave Bautista) begleiten ihn, während Rocket (im Original gesprochen von Bradley Cooper) mit Groot (im Original gesprochen von Vin Diesel) und Nebula zurückbleibt, um das Schiff wieder flugtauglich zu
bekommen.

Anfangs scheint es auch zur lange ersehnten Zusammenführung von Vater und Sohn zu kommen, allerdings stellt sich bald heraus, dass Ego nichts Gutes im Sinn hat. Er ist ein sogenannter Celestial, ein gottähnliches Wesen, dessen Plan es ist, die gesamte Galaxie zu vernichten, da er dies als seine
Bestimmung ansieht. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, benötigt er Peters Celestial-Kräfte, da er alleine nicht in der Lage ist, genug Energie für die Zerstörung der Galaxie aufzubringen.

Während Gamora Ego schnell auf die Schliche kommt und herausfindet, was dieser vorhat, flüchtet Peter sich in die Hoffnung, endlich eine Heimat
gefunden zu haben, wo er glücklich sein kann. Erst als er erfährt, dass sein Vater Schuld am Tod seiner über alles geliebten Mutter hat, lässt ihn das erkennen, dass Ego nicht der Vater ist, der er vorgibt zu sein.

Es kommt wie es kommen muss. Peter stellt sich gegen Ego, und es kommt zum Kampf zwischen den Guardians und dem Celestial, in dem sich zeigt, was eine wahre Familie wirklich ausmacht. Blut ist eben nicht immer dicker als Wasser

Alles in allem knüpft der zweite Film dort an, wo der erste Film aufgehört hat. Marvel bleibt hier seinem Grundschema treu.
Das heißt, auch in diesem Film hat man zur musikalischen Untermalung nostalgisch anmutende Songs aus den Achtzigern gewählt („Awesome Mix Vol. 2“), die sich zum Teil perfekt in auf der Leinwand gezeigte Szenen einpasst. Über schrille Farben, utopisch anmutende Science-Fiction Elemente
sowie den für manchen gewöhnungsbedürftigen Sarkasmus und Humor ist auch hier wieder alles dabei, was schon den ersten Film ausgezeichnet hat.
Selbst für die Gefühlsbetonten unter den Zuschauern wird dieses Mal einiges geboten. Zugegeben, ein paar der in dem Bereich rangierenden Szenen wirken
doch recht schnulzig. Allerdings schafft Marvel es gerade noch, dass man hier nicht mit einem Kopfschütteln oder Augenrollen das Ganze betrachtet.
Bevor es zu kitschig werden kann, werden die genannten Szenen meist mit einem ironischen Kommentar oder Witz wieder aufgelockert.

Bei den Schauspielern merkt man, dass diese sich inzwischen in ihre Rollen eingefunden haben und Teil der Marvel Familie geworden sind. Es wirkt flüssiger und aufeinander abgestimmter, so dass man ihnen das neu gebildete Team und die Freundschaft, die sie miteinander verbindet, auch auf der Leinwand abnimmt.
Schade ist hier nur, dass die Fünf einen großen Teil des Filmes getrennt voneinander agieren. Ein bisschen mehr gemeinsame Guardians-Zeit wäre
wünschenswert gewesen. Aber nichtsdestotrotz schmälert dieser Umstand die Freude und den Spaß am Film in keinster Weise.

Für den Niedlichkeits-Faktor ist ebenfalls wieder gesorgt durch Groot, der im letzten Film vom ausgewachsenen Baum zum neu keimenden Pflänzchen wurde. Inzwischen hat er sich zu Baby-Groot weiterentwickelt, der einige „Ah!“-Momente hervorruft.

Zusammenfassend kann man sagen, dass auch dieser Film wieder einen verdienten Platz in der gesamten Zeitlinie der Marvel-Comicverfilmungen
gefunden hat. Zwar sind hier auf den ersten Blick keine direkten Anknüpfpunkte zu den Avengers-Filmen zu finden, jedoch bin ich überzeugt,
dass Marvel in dieser Hinsicht nicht lange auf sich warten lässt, um die Avengers und die Guardians of the Galaxy am Ende im große Showdown gegen
Thanos antreten zu lassen.

Wir dürfen also weiter auf die nächsten Filme aus dem Hause Marvel gespannt sein.

Übrigens lohnt es sich auch bei diesem Film, wie bei allen Marvel Verfilmungen bisher, bis zum Ende des Abspanns zu warten. Marvel hat dieses Mal hier
fünf Extra-Szenen eingebaut, die den ein oder anderen Hinweis auf weitere Filme geben.

Denise Kollmann